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Viele Menschen in meinem Umfeld löchern mich immer wieder mit Fragen, warum ich kein Fleisch esse oder warum ich es zu 99,999% Reduziere. Es ist natürlich verständlich das dies Fragen aufwirft, aber es fällt mir immer schwer, mich in kurzen Sätzen so präzise wie möglich zu diesem Thema zu äußern. Daher hier ein ( hoffentlich ) kurzes Statement.

Ich kann mich gut an meine Kindheit erinnern. Jeder hat sich auf den Sonntag gefreut, denn da gab es "Fleisch". Leckeren Sauerbraten mit Klößen oder anderen schmackhaften Sachen. Fleisch war teuer und Rar. In der Woche vor dem Wochenende, gab es zwar auch Fleisch, aber eher in Form von Hühnerklein, ausgekochten Rind oder Schweinefleisch in Suppen. Es waren einfache Sachen und die Freude auf den leckeren Sonntagsbraten war groß. Doch haben sich diese Zeiten geändert. Um das vielleicht etwas genauer zu betrachten, sollten wir ein paar Jahre zurück gehen, so ungefähr 10000 Jahre. :-)

 

Vor ca 10000 Jahren begann ein Wandel sich über den Planeten zu ziehen, eine Revolution könnte man Sagen. Ja genau, der Mensch wurde sesshaft. Davor war die jagt das eigentliche Zentrum des Zusammenhalts der sich versammelten Menschen Gruppen. Das zuvor gejagte Tier wurde gemeinschaftlich zerlegt, ausgenommen und zubereitet und später über offener Flamme gebraten. ( Wenn man den Vorzeitforschern glauben mag :-) ). Doch als die Menschen sesshaft wurden, begannen sie sich mehr und mehr vom Land zu ernähren. Fleisch war nicht mehr das Hauptnahrungsmittel. Tiere wurden von nun an "gehalten" und nicht mehr in Horden gejagt und erlegt. Der anhaltende Wachstum der Gemeinschaft führte dazu, das natürlich auch der Hunger gestillt werden wollte. Das anpflanzen von Weizen, Reis, Gemüse ( vielleicht auch schon Kartoffeln ) und anderen wertvollen Nahrungsmitteln sicherte nicht nur das überleben im Winter ( Da Fleisch nicht mehr aufwendig haltbar gemacht werden musste ), sondern brachte den Menschen auch verschiedene Arbeiten. Durch das halten von Tieren in der Umgebung des Menschen, kristallisierten sich unter anderen auch "Nischen Tiere" heraus wie der heutige Hund oder die Hauskatze. Tiere wurden nicht mehr nur gegessen, sondern wandelten sich zu einem stetigen Begleiter des Menschen. Natürlich wurde weiterhin Fleisch verzehrt, jedoch war diese Entwicklung ein Schritt weg vom Fleischkonsum.

 

Aber da wir nun nicht mehr in der Steinzeit leben ist es nun auch nicht mehr zwingend Notwendig Fleisch zu essen. In vielen Kulturen gibt es den Vegetarismus schon seit Hunderten von Jahren. Inder essen zum Beispiel keine Kühe, andere Kasten verzichten völlig auf Fleisch und ernähren sich seit jeher nur Vegetarisch oder Veganisch. Die Vorurteile gegenüber Jenen die auf die Beilage "Fleisch" verzichten sind immer wieder die gleichen. Es wird erzählt das wohl Mangelerscheinungen auftreten wie schlechte Haut, Knochenschwund, Muskelabbau oder ähnliche Halbwahrheiten. Doch nichts dergleichen passiert. Man kann auch so eine Gesunde und ausgewogene Ernährung einhalten. Denn was soll man zu Menschen sagen die Laktose Intolerant sind oder jene die Allergien gegen verschiedene Lebensmittel haben. Auch Sie können diese Sachen nicht zu sich nehmen, leben aber immer noch und in den meisten fällen länger als der Durchschnitt. Woran das liegen mag, fragt man sich? Ganz einfach! Wenn jemand darauf angewiesen ist, zu prüfen was er essen kann und was nicht, dann ernährt er sich zwangsläufig Gesünder. ( Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel )

Doch was hat das alles nun mit "Kein Fleisch essen" zu tun. Ich versuch es zu erklären. Fleisch ist Für die meisten Menschen in der westlichen Welt (Fleisch ist, weltweit gesehen, noch immer ein Luxusprodukt) ist das tägliche Essen von Fleisch zu einer Selbstverständlichkeit geworden. Wir essen es mit einer Beihäufigkeit, wie man Chips oder Erdnüsse isst, und gleichzeitig mit einer Lust, als kämen wir geradewegs aus einer Hungersnot. Doch selbstverständlich ist es ein Unterschied, ob weltweit eine Million Steinzeitjäger selbst gejagtes Fleisch essen, oder eine Milliarde “Spezialisten” nach täglichem Fleisch auf dem Teller verlangt 1

Und was macht die mehreren Milliarden Fleischesser nun zur bösen Brut? :-) Es ist die Selbstverständlichkeit mit der die Menschen nun einmal züchten. Es ist eine Industrialisierung der Fleischindustrie, eine hoch gezüchtete weltweite Tötungsmaschinerie für willenlose uns unterwürfige Tiere. Die Werbung verspricht, fröhliche auf Wiesen herum hüpfende Kühe, die von satten weiten grünen Feldern grasen. So ulkig der Gedanke auch über Hüpfende Kühe ist, desto Fader ist der Beigeschmack. Tiere werden in winzige Käfige gepfercht, müssen auf schmalen Gittern stehen auf denen sich viele von ihnen die Beine brechen oder sich schwer verletzen. Diese Tiere werden notgeschlachtet und weg geworfen wie Müll. Hühner werden in massenhaften kleinen Käfigen gehalten, ihnen wird der Schnabel gestutzt damit sie sich nicht gegenseitig oder selber verletzen, ihn fallen die Federn aus und wachsen in vielen fällen missgebildet auf. Einige Organisationen die sich damit beauftragt haben dies in den Westlichen Ländern zu unterbinden und eine "Art gerechte" Haltung durchsetzen wollen, werden oft geschmiert oder mit falschen Tatsachen an der Nase herum geführt. Die Fleischlobby ist allgegenwärtig. Und wie in anderen Bereichen der Wirtschaft geht es um Geld, Quantität und Maximale Gewinne.

Menschen essen keine Menschen, doch wollen sie zum Mittag nicht auf ihr Steak, Currywurst verzichten. Aber hat sich denn jemals dieser Mensch Gedanken darüber gemacht wo sein Essen her kommt, was es für ein Leben hatte und ob es bereitwillig dieses geben wollte damit es nun zubereitet auf dem Teller liegt? In den seltensten fällen nein. Und wenn doch, wurde der Gedanke schnell wieder verworfen, da es einfach zu bequem ist, in die Kaufhalle zu gehen oder zum nächsten Fleischer oder einfach in das nächste Restaurant. Aber es gibt immer zwei Seiten der Medaille, denn müssten diese ihr Essen selber jagen töten, ausnehmen und dann auch noch zubereiten, würde der Fleischkonsum deutlich abfallen. Ich bin niemand der anderen vorhalten will wie sie zu leben haben, was sie zu essen haben und wie sie sich kleiden sollen. Im gegenteilig, diese Zeilen sollen aufklärend auf die Mensch einwirken. Ich verlange auch nicht das die Menschheit auf Fleisch verzichten soll, denn im großen und ganzen sind wir weiterhin Tiere in dieser Welt. Zwar sind wir Intelligent, Empathisch und immer öfter Mitfühlender anderer Rassen, Spezies und Lebewesen gegenüber, doch werden wir noch immer von Urinstinkten geleitet. Würde jeder sein Fleischkonsum von einmal Täglich auf ein bis zwei mal Monatlich einschränken, würde der Fleischkonsum um ca 97% eingeschränkt werden.

Noch vor 10000 Jahren benötigten wir das Fleisch, es hat dafür gesorgt das wir uns zu einem mit einem Freien willen, empfindsamen Wesen gewandelt haben. Fleisch hat uns die Energie gegeben die wir benötigt haben um uns zu dem zu entwickeln wer wir heute sind. Aber da wir nicht mehr vor 10000 Jahren leben und unsere Entwicklung einigermaßen Stagniert, benötigen wir heute nicht mehr diese Form von Nahrungsmitteln. Ich esse seit einigen Jahren kein Fleisch mehr. Zu behaupten ich wäre konsequent würde nicht nur die Balken biegen, sondern sogar auch brechen. Denn noch immer bin ich ein Mensch und folge genau den Urinstinkten wie jeder andere auch. Doch wähle ich sorgsam aus was ich esse und wo es her kommt. Ab und zu ein Frühstücksei lass ich mir nicht nehmen, doch achte ich darauf das es nicht nur aus der Region kommt, sondern auch Ökologisch ist und das die Tiere ein halbwegs gutes leben hatten. Dafür zahle ich gerne einen höheren Preis über 3€. Aber aufgepasst, nicht überall wo Öko drauf steht ist auch Öko drin, denn wie so oft schon erwähnt ist dies auch nur wieder eine gute Masche um Geld zu machen. Gut gläubige Menschen die im glaube etwas gutes tun zu wollen Eier und Fleisch aus Polen oder anderen Osteuropärchen Ländern kaufen, die es nicht so genau nehmen mit der "Art gerechten" Tierhaltung, werden an der Nase herum geführt.

Zum Schluss möchte ich noch ein Wort über die Menschlichkeit verlieren. Was macht uns denn zu dem Mensch die wir heute sind. Eine ziemlich Philosophische Frage, die wir hier natürlich nicht klären können. Aber, wir können hinter unsere Fassade schauen. Unsere Fähigkeit Empathische Empfindungen gegenüber anderen Menschen zu erkennen, hat einen großen Vorteil uns mit unseren Mitmenschen auf Emotionaler Ebene zu begegnen. Wir können sehen und Mitfühlen was in anderen Menschen vorgeht ohne mit ihnen sprechen zu müssen. Wird vor unserem Augen jemand verletzt, sorgen bestimmte Neurohrezeptoren dafür das wir den gleichen Schmerz teilen, wir fühlen mit. Doch geht diese Eigenschaft in unserer Modernen Welt voll mit Unterhaltungselektronik verloren. Wir stumpfen ab, wir schauen uns Filme und Bilder an in denen anderen Menschen Gewalt angetan Wird, und um so öfters wir uns dieser scheinbar "wunderbaren" Unterhaltung hingeben um so mehr "gewöhnen" wir uns daran so etwas zu sehen. Somit können wir nicht mehr Erkennen und differenzieren ob nun erfunden oder echt. Und in den meisten fällen schauen wir nicht all zu selten weg.

Vor einigen Wochen habe ich eine Diskussion geführt in der ich mit meinem Gegenüber versucht habe zu klären ob die Persönlichkeit eines Menschen gleichzusetzen ist mit seinem Charakter. Ein Griechischer Philosoph ( dessen Namen ich nicht mehr weiß ) war der Meinung das jeder Mensch der auf die Welt kommt ein ungeschriebenes Blatt ist, also keine Persönlichkeit und auch noch keinen Charakter hat. Doch ich bin nicht der Meinung, denn jeder Mensch hat eine feste Persönlichkeit die ihm von Geburt an in die Wiege gelegt wird und die in den nächsten 3 - 4 Jahren völlig ausgebildet wird. Denn auch Zwillinge können eine Unterschiedliche Persönlichkeit haben, aber den gleichen Charakter. Denn der Charakter ist der Teil der Persönlichkeit der von unserer Umwelt und unseren Mitmenschen geprägt und beeinflusst wird. Jeder kann seine Persönlichkeit frei entfalten, doch wächst man in einer Umgebung völliger Armut und Elends auf hindert einen der Charakter den man in diesem Umfeld bildet daran. Dies ist eine einfache logische Überlegung. Jemand der eine Kreative Persönlichkeit ausgebildet hat, aber in einer Umgebung aufwächst in der man nur überlebt wenn man zeigt was man hat und was man kann indem andere unterdrückt werden und im Ghetto Slang wild gestikulierend den Macho raus hängen lassen muss, wird nicht die Möglichkeit haben seine Persönlichkeit frei ausleben zu können oder halt einfach nur in eine andere Richtung in eine falsche Richtung ( Kriminalität zb ). Wird diesem Menschen aber die Möglichkeit geboten in einem anderen, neuem Umfeld weiter zu leben und wird er mit anderen eindrücken und Menschen konfrontiert, wird sich sein Charakter zu 100% verändern, seine Persönlichkeit aber nicht. Ich hoffe der Leser versteht in welche Richtung ich damit schneiden möchte, den ich bin kein Philosoph, daher versuche ich meine Gedanken halbwegs geordnet so wieder zu geben.

Diese Sachen sind die Stützpfeiler unseres Mensch Seins, weiß Gott noch andere wichtige Sachen natürlich auch, aber keine Prägen uns in dieser Art und weise. Der Gedanke dahinter ist, wenn wir unserem Mitmenschen diese Gefühle entgegenbringen können, warum dann nicht auch allen anderen Lebewesen auf dieser Welt. Und damit meine ich nicht nur die Hunde, Katzen, Pferde oder was man sonst noch in Hof und Haus halten kann. Unsere Empathie scheint an der Spezies grenze einen Vollstopp zu reißen. Aber dies muss nicht sein.

So, nach fast 2000 Wörtern hoffe ich ich konnte meinen Standpunkt etwas näher darlegen, auch wenn es manchmal etwas ungeordnet oder irreführen war. Für Kritik, Berichtigungen oder Lob und Zustimmung bin ich natürlich offen.

- Julius van Vern -

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